Abteilung Antrieb

Alles über das Herz unseres Rennwagens

Seit nunmehr vier Jahren schlägt als Herz unseres Rennwagens ein Motorradmotor aus dem Hause Honda. Verbaut wurde der 600ccm große „PC35“ in der Honda CBR 600 der Baujahre 2001-2004.

Durch das strenge Reglement der Rennserie, die Streckencharakteristik eines Formula Student Kurses sowie den vollkommen unterschiedliche Bauraum, verbleibt vom originalen Motor jedoch nicht mehr als der Motorblock an sich.

Gravierendster Eingriff des Reglements ist die Beschränkung des Ansaugquerschnitts. Demnach darf unser Motor seine gesamte Luft durch einen Ansaugquerschnitt von maximal 20mm im Durchmesser erhalten. Rein rechnerisch reicht die Luftmasse durch diesen Querschnitt gerade für eine maximale Motorleistung von ca. 95 PS.

Die Streckencharakteristik zeichnet sich durch viele enge Kurven und wenige dafür kurze Geraden aus. Somit kommt es im Wesentlichen auf Beschleunigung, Wendigkeit und hoher Kurvengeschwindigkeit an. Neben der Optimierung der Beschleunigungsfähigkeit durch mehr Power, gilt es auch das sequentielle 6-Gang Getriebe auf unsere Bedürfnisse anzupassen.

Diese ingenieursmäßige Herausforderungen an unsere Abteilung ist somit die Neuauslegung sämtlicher Teilkomponenten, beginnend beim Ansaugtrakt über den Abgastrakt hin zu optimalen Gestaltung von peripheren Systemen wie Kühlung, Getriebe und Kraftstoffversorgung. Somit wird aus einem auf den Straßengebrauch abgestimmten Motor ein speziell auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Kraftpaket.

Die größte Errungenschaft unserer Abteilung ist unser eigener Motorprüfstand. Konzipiert in einer Studienarbeit unseres ehemaligen Abteilungsleiters Sören Krüger, wurde dem Prüfstand in nächtelanger Schweißarbeit -unter der Regie von Tobias Horn- Leben eingehaucht.

An diesem Prüfstand wird vornehmlich die Optimierung des Ladungswechsels vorgenommen. Dies geschieht in erster Linie durch die Bedatung eines Rennsport-Motorsteuergerätes. Weiterhin werden neu entwickelte Komponenten wie Ansaugtrakt und Abgastrakt auf dem Prüfstand getestet und die zuvor gewonnenen Simulationsergebnisse validiert.

Seit der Fertigstellung des Prüfstandes konnten Tobias Horn und Thomas Schütze eine Leistungssteigerung um 15% im Vergleich zum Vorjahresmotor bei gleichzeitig erheblicher Effizienzverbesserung erzielen. Dies zeigt die Bedeutung des Motorprüfstandes für unser Team, welches sich als eines der wenigen Teams der Formula Student über einen eigenen und somit stets nur für unsere Tests bereitstehenden Prüfstand glücklich schätzen kann.



Auch weiterhin besteht in unserer Abteilung Bedarf an Nachwuchs. Neben einem wirklich interessanten Hobby stellt die Mitarbeit in unserem Team eine äußerst gewinnbringende Möglichkeit dar, sich in vielen Bereichen weiter zu entwickeln. So sind wir nicht nur in der Lage die Mitarbeit im Team anteilig als Praktikum im Bachelorstudium anzubieten, sondern haben auch jede Menge interessante Themen für Bachelor-, Studien- und Masterarbeiten. (Gerne können hierzu auch eigene Ideen eingebracht werden.) Der eigentliche „Bonus“ ist jedoch die Entwicklung der immer mehr an Bedeutung gewinnenden „Soft-Skills“ wie Teamfähigkeit, Kommunikations- und Präsentationsfähigkeit und der Fähigkeit, Verantwortung gegenüber dem Team und nicht zuletzt den Sponsoren zu übernehmen.



Michael Garbe, Leiter Abteilung Antrieb

Teammitglieder

Michael Garbe (Abteilungsleiter)  Robert Winkler  Benjamin Rabe  Anthony Becker 
 
Florian-Philipp Dünkler  Lennart Haberlandt  Martin Schreiber